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Charakteristika der Circular Economy

Heute steht ein erster, grober Überblick über die Charakteristika der circular economy an. Die einzelnen Spezifika werden in weiteren Artikeln detailliert.

Im Mittelpunkt der Circular Economy steht die Idee, dass Ressourcen in geschlossenen Kreisläufen gehalten werden sollten, um Abfall zu minimieren und die Nutzung von Primärrohstoffen zu reduzieren. Ein Kreislauf wird durch eine einmalige Rohstoffentnahme angestoßen, um dann möglichst lange zu zirkulieren und am Ende wieder als Rohstoff in einem neuen Kreislauf zur Verfügung zu stehen.

  • Rohstoffentnahme: Die Rohstoffentnahme zu Beginn eines Kreislaufes sollte bereits nach ökologischen Gesichtspunkten nachhaltig erfolgen. Die Nutzung nachwachsender Rohstoffe und biologischer Ressourcen soll helfen, die Abhängigkeit von begrenzten mineralischen Rohstoffen zu reduzieren. Die Entwicklung von biobasierten Materialien und Produkten fördert die Kreislaufführung von organischen Materialien. 

Schon im Design des Produktes muss der Gedanke der circular economy verankert sein.

  • Design: Dem Produktdesign kommt in der Circular Economy eine zentrale Bedeutung zu. Im Design müssen die Grundgedanken der Circular Economy fest verankert sein, da es den Rahmen für die Lebensdauer, die Kreislauffähigkeit und den Einfluss auf die Umwelt festlegt. Folgende Aspekte sollten seitens des Designs berücksichtigt werden: 
    • Langlebigkeit: Durch die Gestaltung langlebiger Produkte wird sichergestellt, dass sie über einen längeren Zeitraum genutzt werden können. Dies reduziert die Notwendigkeit, häufig neue Produkte herzustellen und Ressourcen zu verbrauchen. Langlebige Produkte können auch repariert und gewartet werden, um ihre Lebensdauer weiter zu verlängern. 
    • Modularität und Demontierbarkeit: Produkte, die aus Modulen bestehen oder leicht demontiert werden können, ermöglichen eine einfache Reparatur und den Austausch von defekten Teilen. Dadurch können Produkte länger genutzt und Ressourcen eingespart werden, da nicht das gesamte Produkt ersetzt werden muss. 
    • Ressourceneffizienz: Das Produktdesign kann darauf abzielen, den Einsatz von Materialien und Energie zu minimieren. Durch die Optimierung der Materialwahl und -menge sowie die Reduzierung von Produktionsabfällen kann der Ressourcenverbrauch gesenkt werden. Leichtere Materialien, effiziente Fertigungsmethoden und innovative Designansätze tragen zur Ressourceneffizienz bei. 
    • Recycelbarkeit und Wiederverwendung: Das Produktdesign kann darauf abzielen, recycelbare Materialien zu verwenden und das Recycling von Produkten zu erleichtern. Die Integration von standardisierten Komponenten und die Verwendung von Materialien, die leicht von anderen Produkten getrennt werden können, ermöglichen eine effiziente Wiederverwendung und das Schließen von Materialkreisläufen. 
    • Ästhetik und Nutzerakzeptanz: Eine ansprechende Gestaltung und ein hoher Nutzerkomfort sind entscheidend, um sicherzustellen, dass Produkte auch tatsächlich genutzt und geschätzt werden. Produkte, die ästhetisch ansprechend, funktional und benutzerfreundlich sind, haben eine größere Chance, über einen längeren Zeitraum genutzt und nicht vorzeitig ausgemustert zu werden. 
das Modell der curcular economy
Europäisches Parlament. (2015, 07 03). Retrieved from Recyceln, reparieren, wiederverwerten: Kreislaufwirtschaft: https://www.europarl.europa.eu/news/de/headlines/economy/20150701STO72956/rec
  • Herstellung / Wiederaufarbeitung: Der Rohstoffentnahme und dem Produktdesign folgend, sind auch bei der Herstellung der Produkte die nachfolgenden Aspekte zu beachten. 
    • Ressourceneffiziente Prozesse: Die Produktionsprozesse sollten so gestaltet sein, dass der Verbrauch von Energie, Wasser und Rohstoffen minimiert wird. Dies kann durch den Einsatz energieeffizienter Maschinen, die Optimierung von Produktionsabläufen und die Vermeidung von Verschwendung erreicht werden. 
    • Emissionsreduktion: Die Minimierung von Emissionen während der Produktion ist ein wichtiger Faktor für eine nachhaltige Herstellung. Dies beinhaltet die Verringerung von Treibhausgasemissionen, Luftverschmutzung und anderen schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt. Der Einsatz von umweltfreundlichen Technologien und die Umstellung auf erneuerbare Energien können dabei helfen.
    • Materialwahl: Bei der Auswahl der Materialien sollte auf ihre Umweltauswirkungen geachtet werden. Priorität sollten Materialien haben, die recycelbar, biologisch abbaubar oder aus erneuerbaren Quellen stammen. Der Einsatz von bereits recycelten oder wiederverwendeten Materialien kann ebenfalls die Ressourceneffizienz erhöhen. 
    • Zusammenarbeit und Lieferkette: Eine enge Zusammenarbeit mit Lieferanten und Partnern ist wichtig, um nachhaltige Materialien und Prozesse zu fördern. Die Einbindung von Lieferanten in den Designprozess und die Überprüfung ihrer Nachhaltigkeitspraktiken können dazu beitragen, die gesamte Wertschöpfungskette auf Nachhaltigkeit auszurichten.
    • Vertrieb: Beim Thema Vertrieb wird die Anforderung der Circular Economy deutlich, auch das grundsätzliche Agieren am Markt zu verändern. Da das Modell darauf abzielt, den Lebenszyklus von Produkten zu verlängern, müssen Unternehmen ihre Vertriebsstrategien entsprechend anpassen. Auch lassen sich neue Geschäftsfelder erschließen. 
      • Vermietung und Leasing: Anstatt Produkte zu verkaufen, können Unternehmen vermieteten oder geleasten Zugang zu ihren Produkten anbieten. Dies ermöglicht eine bessere Kontrolle über den Lebenszyklus der Produkte und fördert bzw. vereinfacht die Rückgabe und Wiederverwendung nach der Nutzung.
      • Rücknahmesysteme: Unternehmen können Rücknahmesysteme für gebrauchte Produkte implementieren, um sicherzustellen, dass diese in den Kreislauf zurückgeführt werden. Der Vertrieb kann die Kunden über diese Option informieren und den Rückgabeprozess unterstützen. 
      • Verkauf von gebrauchten Produkten: Durch den Verkauf von gebrauchten Produkten können Unternehmen den Wert von bereits genutzten Ressourcen erhalten und gleichzeitig kostengünstigere Alternativen für Kunden anbieten. Der Vertrieb kann den Verkauf von gebrauchten Produkten fördern und den Kunden die Vorteile dieser Option verdeutlichen. 
    • Verwendung, Wiederverwendung, Reparatur: Die Wiederverwendung spielt eine zentrale Rolle in der Kreislaufwirtschaft. Anstatt Produkte nach einmaligem Gebrauch wegzuwerfen, sollen sie so gestaltet werden, dass sie repariert, aufgearbeitet oder wiederverwendet werden können. Auch hieraus können sich neue Geschäftsfelder für Unternehmen ergeben
      • Reparatur: Defekte Produkte werden repariert, um ihre Lebensdauer zu verlängern. Dies kann durch den Austausch von beschädigten Teilen, die Behebung von Fehlfunktionen oder die Wiederherstellung der Funktionalität erfolgen. 
      • Refurbishment (Aufarbeitung): Produkte werden aufgearbeitet, um sie in einen nahezu neuen Zustand zu bringen. Dies kann kosmetische Verbesserungen, Reinigung oder den Austausch von Verschleißteilen umfassen. 
      • Remanufacturing (Wiederaufbereitung): Produkte werden zerlegt, um die Komponenten zu überprüfen, zu reparieren oder zu ersetzen. Anschließend werden die Produkte wieder zusammengebaut und auf den Markt gebracht. 
      • Secondhand-Markt: Produkte, die noch funktionstüchtig sind, werden weiterverkauft oder getauscht, anstatt sie wegzuwerfen. Secondhand-Läden, Online-Plattformen und Auktionshäuser sind Beispiele für den Handel mit gebrauchten Produkten. 
      • Sharing Economy (Teilen statt Besitzen): Durch die gemeinsame Nutzung von Produkten, wie zum Beispiel Carsharing oder Leihbibliotheken, wird die Anzahl der benötigten Produkte reduziert, da sie von mehreren Personen genutzt werden können. 
    • Sammlung: Da die Produkte der Vergangenheit in einer Kreislaufwirtschaft die Rohstoffe neuer Produkte für neue Kreisläufe darstellen, ist die Rückführung der Produkte und Materialien essenziell aus Sicht des Unternehmens. Es stellt sich die zentrale Frage, wer die Verantwortung für Sammlung und Rückführung übernimmt. Hilfreich erweisen sich an dieser Stelle Leihmodelle, bei denen die ursprünglichen Produkte an den Hersteller am Ende der Leihperiode zurückgegeben werden. Auf diese Weise stehen dem Hersteller die ausgedienten Produkte nach entsprechendem Recycling als Ausgangsrohstoffe wieder zur Verfügung. 
    • Recycling: Im Zuge des Recyclings werden gebrauchte Materialien in neue Rohstoffe gewandelt. Notwendige Ressourcen werden so aus dem Kreislauf zurückgewonnen und einem neuen Kreislauf zugeführt. Wurde wie oben beschrieben während des Produktdesigns bereits auf die Kreislauffähigkeit geachtet, so sollte das Recycling der Materialien eine geringere Herausforderung als heute darstellen. 
    • Restabfall: Auch innerhalb der Circular Economy wird es einen Restabfall geben, der nicht im Rahmen des Recyclings weiterverwendet werden kann. Grundsätzlich ist dieser Anteil durch die oben bereits beschriebenen Maßnahmen zu minimieren. Soweit möglich, sollte dieser zur Energieerzeugung eingesetzt werden. 
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